Offenbleiben – ein Raum für Bewegung

Ich bleibe offen.
Ich spüre die Welle in mir – Enttäuschung, vielleicht Frust – und ich lasse sie da sein.
Ohne Urteil.
Ohne Schleife.
Ohne Ringen.

Die Emotion fließt.
Sie zeigt mir: Ich muss nichts festhalten.
Ich muss nichts steuern.
Ich darf beobachten, atmen, lassen.

Offenbleiben heißt nicht Aufgeben.
Es ist ein leises Ja zum Moment.
Ein Ja zur Bewegung.
Ein Ja zur Wandlung.
Ein Ja zum Vertrauen, dass auch Unangenehmes durch mich hindurchgehen darf.

Ich erkenne: Mein System will fließen, nicht verhärten.
Es sucht keine Lösung.
Es sucht Gegenwärtigkeit.
Es zeigt mir: Die wahre Medizin liegt im stillen Offenbleiben.

 
 
Gabriele Schmäh