Ich bin – zwischen Grenze und Verbundenheit
Es gibt in dir zwei Bewegungen:
die, die Form gibt –
und die, die verbindet.
Beide sind wahr.
Beide sind notwendig.
Beide gehören zu deinem Sein.
Ich.
Die Linie, die dich hält.
Die Klarheit, die sagt:
Hier beginne ich.
Hier endet mein Feld.
Ein Umriss, der nicht hart sein muss,
um echt zu sein.
Bin.
Die Weite, die dich trägt.
Das Gewebe, in dem du eingebettet bist,
ohne dich zu verlieren.
Ein Klang, der nicht getrennt existiert,
sondern in Beziehung schwingt.
Zwischen beidem lebst du.
Zwischen Form und Feld.
Zwischen Eigenheit und Eingebundenheit.
Zwischen dem Atem, der Grenzen markiert,
und dem Atem, der sie weich macht.
Manchmal brauchst du das „Ich“,
um stehen zu können.
Manchmal das „Bin“,
um dich zu erinnern,
dass du getragen bist.
Beides zusammen nennt sich:
Ich bin.
Keine Aussage.
Ein Zustand.
Ein Halt, der nicht kontrolliert,
sondern atmet.
Eine Zugehörigkeit,
die nicht fordert,
sondern findet.
Und manchmal ist das genug.
Mehr als genug.
Ein stiller Ort,
an dem du ganz sein darfst –
als Linie
und als Licht.