Ohne Koffer

 
 

Vielleicht gibt es in dir ein altes Bild
von etwas, das getragen werden muss.
Etwas Schwerem, das du lösen, leeren, loswerden sollst.

Doch wenn du still wirst,
zeigt sich etwas anderes:

Die Last war nie die Aufgabe.
Sie wollte nicht verschwinden.
Nur gesehen werden.

Und unter all dem
liegt kein Koffer.
Nur du.

Unversehrt.
Ganz.
Gegenwärtig.

Nichts muss weg,
damit du weitergehen darfst.

Vielleicht beginnt Freiheit dort,
wo du erkennst:

Du trägst nichts Falsches.
Du trägst dich.

 
 
 
Gabriele Schmäh